Schutzgehäuse für Feldinstrumentierung leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Verfügbarkeit von Prozessanlagen.

In Prozessanlagen ist Feldinstrumentierung häufig rauen und wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt. Drucktransmitter, Manometer und Ventilblöcke müssen trotz Regen, Frost, Hitze, UV-Strahlung oder korrosiver Atmosphäre eine zuverlässige Messleistung sicherstellen. Spezielle Instrumentenschutzgehäuse helfen dabei, kritische Messstellen unter anspruchsvollen Feldbedingungen zu schützen.

Instrumentenschutzgehäuse schützen nicht nur die installierten Geräte. Richtig ausgelegt unterstützen sie die Signalzuverlässigkeit bei wechselnden Umgebungsbedingungen, tragen zum sicheren Betrieb bei und erhöhen die langfristige Anlagenverfügbarkeit – selbst in anspruchsvollen Anwendungen wie Hochdruck-Dampfsystemen in Steam-Cracker-Einheiten und Düngemittelanlagen.

Warum Instrumentenschutzgehäuse wichtig sind

Im Feld montierte Instrumente sind einer Vielzahl von Umwelteinflüssen ausgesetzt. Temperaturschwankungen können zu Kondensation oder Einfrieren führen und im Winter sogar das Bersten wasserführender Leitungen verursachen. Aggressive Umgebungen beschleunigen unter Umständen die Materialalterung. Zusätzlich können mechanische Einwirkungen oder unbeabsichtigte Zugriffe die Messintegrität beeinträchtigen. Gut ausgelegte Instrumentenschutzgehäuse adressieren mehrere dieser Herausforderungen gleichzeitig:

  • Wetterschutz gegen Regen, Frost, Kondensation, Staub, Sand und UV-Strahlung
  • Beständigkeit gegenüber rauen oder korrosiven Umgebungsatmosphären
  • Stabilere Messbedingungen für eine verbesserte Signalqualität
  • Reduzierte installationsbedingte Risiken durch robuste, abschließbare Gehäuseausführungen

Indem sie die Messstelle als technisch ausgelegte Baugruppe schützen, tragen Instrumentenschutzgehäuse zu einer besseren Datenqualität und langfristigen Anlagenverfügbarkeit bei.

Für die Anwendung ausgelegt

Schutzgehäuse für Feldinstrumentierung in der Prozessindustrie sind für eine spezifische Messaufgabe und Installationsumgebung konfiguriert.

Instrumentenschutzgehäuse in der Prozessindustrie sind für die jeweilige Messaufgabe und -umgebung ausgelegt.

In der Prozessindustrie sind Schutzgehäuse für Feldinstrumentierung selten Standardlösungen. Stattdessen werden sie auf die jeweilige Messaufgabe und Installationsumgebung abgestimmt. Typische Ausführungen umfassen:

  • Gehäuse für Absolut-, Relativ- oder Differenzdruckmessgeräte
  • Ausführungen für Einzelinstrumente oder mehrere Geräte in einem gemeinsamen Gehäuse
  • Varianten mit geschlossenem Deckel, Klapptür, abnehmbarer Abdeckung oder Sichtfenster zum Ablesen von Anzeigen oder Indikatoren

Diese Flexibilität ermöglicht es Betreibern und Planern, Schutz, Zugänglichkeit und Wartungseffizienz zu vereinen – insbesondere in Anlagen mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Sicherheit.

Vom Engineering-Prinzip zur industriellen Realität

Der praktische Wert von Instrumentenschutzgehäusen zeigt sich besonders deutlich in industriellen Großprojekten mit extremen Umgebungsbedingungen. In einem aktuellen globalen Ethylenanlagenprojekt stellte ein führendes Chemieunternehmen hohe Anforderungen an die Druck- und Differenzdruck-Durchflussmessung im Steam-Cracking-Bereich.
Die Druckinstrumentierung musste überhitzte Dampfleitungen mit Prozesstemperaturen von über 400 °C sowie hohen Betriebsdrücken überwachen. Standard-Feldinstallationen reichen für solche Bedingungen nicht aus.

Herausforderungen in der Anwendung

Die Gehäuselösung musste gleich mehrere kritische Herausforderungen adressieren:

  • Zuverlässige Druck- und Durchflussmessung in überhitzten Dampfsystemen
  • Mögliche hohe thermische Belastungen bei abweichenden Betriebszuständen
  • Strenge Sicherheitsanforderungen mit vollverschweißten Lösungen ohne Klemmringverschraubungen
  • Ein Anlagenlayout, das den sicheren Betrieb auch bei Winterbedingungen und Stillständen unterstützt

Umgesetztes Gehäusekonzept

Ein großes Chemieunternehmen benötigte für seine Feldinstrumentierung spezielle Hochdruckgehäuse.

Druckmessumformer mit vollverschweißtem Hochdruckgehäuse.

Für diese Anwendung entwickelte und lieferte WIKA mehrere Dutzend Hochdruck-Instrumentenschutzgehäuse für Relativ- und Differenzdruckmessungen. Jedes Gehäusekonzept wurde als vollständige, anwendungsspezifische Baugruppe konfiguriert und umfasste die folgenden Funktionsbereiche:

  • Instrumentierung: im Gehäuse installierte Relativ- und Differenzdrucktransmitter
  • Prozessschnittstelle: kundenspezifische WIKA-Ventilblocklösungen in Doppelblockausführung mit stumpfgeschweißten Prozessanschlüssen für Absperrung, Druckausgleich und Entleerung
  • Mechanische Ausführung: konsequent umgesetztes, vollverschweißtes Gehäusekonzept
  • Winterisierung: Gehäusesysteme mit integrierter elektrischer Begleitheizung und thermischer Isolierung
  • Qualitätssicherung: begleitende Qualitätskontrolle, 100-%-Farbeindringprüfung und hydrostatische Druckprüfung entsprechend den Sicherheitsanforderungen des Projekts

WIKA lieferte die Lösung als vormontierte Einheit. Dadurch ließ sich eine gleichbleibende Qualität über alle Messstellen der Feldinstrumentierung hinweg sicherstellen und der Installationsaufwand vor Ort reduzieren.

Instrumentenschutzgehäuse als Teil von Winterisierungskonzepten

Auch wenn Sicherheit und extreme Prozessbedingungen die Haupttreiber dieser Anwendung waren, zeigt die Lösung zugleich ein wichtiges Winterisierungsprinzip: die lokale Umgebung des gesamten Instruments zu kontrollieren, anstatt ausschließlich Ventile und Rohrleitungen zu beheizen und zu isolieren. In kalten oder wechselhaften Klimazonen kombinieren Winterisierungskonzepte typischerweise:

  • Isolierung von Instrumenten und Impulsleitungen
  • Dampf- oder elektrische Begleitheizung
  • Druckmittler mit ausgewählten Füllflüssigkeiten
  • Herausdrücken von Wasser aus Leitungen mit Druckluft (Purging)
  • Beheizte Gehäuse oder Instrumentenschutzgehäuse

WIKA: Integrierte Instrumentierungslösungen aus einer Hand

Instrumentenschutzgehäuse bilden eine kritische Schnittstelle zwischen Feldinstrumentierung und anspruchsvollen Prozessumgebungen. Als technische Baugruppen schützen sie kritische Messstellen und reduzieren installationsbezogene Risiken. So tragen sie dazu bei, eine zuverlässige Messperformance unter realen Anlagenbedingungen aufrechtzuerhalten.

In der Projektabwicklung zeigt WIKA seine Stärke als Lösungsanbieter, indem eigene Instrumentierungskompetenz mit ausgelegten Gehäuselösungen kombiniert wird. Dieser flexible Ansatz – die Verbindung von WIKA-Produkten mit einem starken Partnernetzwerk in der Prozessindustrie – ermöglicht zuverlässige Lösungen, die auf die jeweilige Anwendung und Projektanforderungen zugeschnitten sind.

Hinweis
Auf der WIKA-Webseite erhalten Sie weiterführende Informationen über Messlösungen für die chemische Industrie, die Öl- und Gasindustrie, die pharmazeutische Industrie sowie viele weitere Industrien. Auf der Website erfahren Interessierte außerdem mehr über WIKA als Unternehmen. 

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