Der neue N-IA TR von WIKA ist ein passiver Abscheider für den Einsatz im Kernkraftwerk. Seine Funktion ist einfach. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Erfüllung kerntechnischer Anforderungen – von Materialqualität und Sauberkeit über lückenlose Dokumentation und Rückverfolgbarkeit bis hin zu qualifizierten Fertigungs- und Prüfprozessen. Dafür hat WIKA eine komplette Produktionslinie aufgebaut.
Der N-IA TR kommt mit einer bewusst reduzierten Bauweise aus: ein vollverschweißter CrNi-Stahl-Zylinder mit einigen Prozessanschlüssen, ohne bewegliche Teile oder aktive Steuerung. Was nicht verbaut ist, kann auch nicht ausfallen. Das macht den Abscheider über die gesamte Anlagenlaufzeit zuverlässig. Seine Funktion übernimmt allein die Innengeometrie: Je nach Ausführung sammelt er Kondensat, scheidet Gase ab oder bildet eine stabile Referenzsäule für Differenzdruckmessungen. So kommt er in Prozess-, Instrumentierungs- und Hilfssystemen von Kernkraftwerken gleichermaßen zum Einsatz.
Ein Bauteil ohne bewegliche Teile lässt sich allerdings auch nicht nachjustieren. Es muss die Spezifikationen ab dem ersten gefertigten Teil erfüllen. Deshalb hat WIKA für den N-IA TR eine komplette, nach kerntechnischen Anforderungen ausgelegte Produktionslinie aufgebaut. Denn so einfach das Bauteil selbst konstruiert ist, so anspruchsvoll ist das, was drumherum passiert: ein nach ISO 19443 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, höchste Anforderungen an Materialqualität und Sauberkeit, vollständige Rückverfolgbarkeit und Dokumentation. Dabei sind sämtliche qualitäts- und sicherheitsrelevanten Fertigungs- und Prüfschritte durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen.
Material und Nachweise nach RCC-M

CrNi-Stahl-Abscheider Typ N-IA TR
In der Kerntechnik reicht es nicht aus, ein Bauteil zuverlässig herzustellen. Jeder Werkstoff, jede Schweißnaht und jeder Prüfschritt müssen qualifiziert, dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar sein. Mit dem N-IA TR liefert WIKA deshalb nicht nur das Bauteil, sondern übernimmt die komplette Umsetzung dieser Anforderungen.
Der N-IA TR wird vollverschweißt aus CrNi-Stahl gefertigt – wahlweise aus 1.4404 oder dem seewasserbeständigen Werkstoff 1.4547. Seine Auslegung erfolgt nach dem französischen Design-Code RCC-M Subsection E, dem in Europa etablierten Standard für kleine kerntechnische Bauteile. Sämtliche druckhaltenden Verbindungen entstehen in qualifizierten Schweißverfahren. Falls gewünscht, prüft WIKA jede Schweißnaht zu 100 Prozent auf Sicht und kontrolliert ausgewählte Nähte zusätzlich mittels Farbeindringprüfung und Röntgen. Wäre diese Dokumentationskette an einer einzigen Stelle lückenhaft, würde das Bauteil die Anforderungen der Kerntechnik nicht erfüllen. Das gilt unabhängig davon, ob es einwandfrei gefertigt wurde.
Dabei richtet sich WIKA konsequent nach den Gegebenheiten des jeweiligen Projekts. Das beginnt bereits bei der Materialbeschaffung: Die Werkstoffe werden gemäß der Kundenanforderungen bezogen und mit 3.1-Abnahmeprüfzeugnis nach EN 10204 dokumentiert, inklusive Vorlieferantenzeugnis und chemischer Analyse. Nichts geht in die Fertigung, was sich nicht bis zur Materialcharge zurückverfolgen lässt.
Kein Kernkraftwerk gleicht dem anderen
Was das Endprodukt konkret ist, entscheidet sich am jeweiligen Einbauort. Kein Kernkraftwerk gleicht dem anderen. Entsprechend ist auch der N-IA TR kein Produkt von der Stange, sondern wird projektspezifisch ausgelegt. Anzahl, Größe und Anordnung der Prozessanschlüsse – oben, unten oder seitlich sowie in DN 8 oder DN 25 – richten sich nach dem jeweiligen Einbauort, ebenso wie Werkstoff und Innengeometrie. Auf dieser Basis entstehen unterschiedliche Varianten: Kondenswasserabscheider für Dampf- oder Warmwassersysteme, Referenzabscheider für Differenzdruckmessungen sowie Gas- und Feuchteabscheider für die kontrollierte Ableitung von Gasen und Flüssigkeiten. Während die Innengeometrie die jeweilige Funktion bestimmt, bleibt die äußere Bauform bewusst kompakt.
Ein Innenvolumen von weniger als einem Liter erleichtert zudem die regulatorische Einordnung. Zusammen mit der Qualifizierbarkeit bis zur höchsten WIKA-Sicherheitsklasse SC1 deckt der N-IA TR das gesamte Spektrum kerntechnischer Anforderungen ab, von der Anwendung im Normalbetrieb bis hin zur sicherheitsrelevanten Funktion.
Fazit: Ein Türöffner für zivile kerntechnische Projekte weltweit
Genau diese konsequente Qualifizierung schafft die Voraussetzungen für den Einsatz in anspruchsvollen kerntechnischen Projekten weltweit. Sie ermöglicht es, unterschiedlichste nationale und projektspezifische regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Der N-IA TR steht damit exemplarisch für die Rolle von WIKA im Bereich der Kernenergie: nicht nur als Bauteil-Lieferant, sondern als Engineering-Partner, der die kerntechnischen Anforderungen von der projektspezifischen Auslegung über die Fertigung bis zur vollständigen Nachweisdokumentation übernimmt. Darüber hinaus eignet sich der N-IA TR aufgrund seiner flexiblen Auslegung auch für Retrofit-Projekte. Er lässt sich in bestehende Kernkraftwerke integrieren, um moderne Messanforderungen und aktuelle Sicherheitsstandards zu erfüllen.
Hinweis
Weiterführende Informationen zu WIKA-Messlösungen für die Energieerzeugung finden Sie auf unserer Webseite. Sie haben eine Frage? Dann wenden Sie sich jederzeit gern an Ihren Ansprechpartner.
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